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Unser Schreiben an den Persönlich haftenden Gesellschafter von Pantaenius

Zugegeben, der Hergang ist für Laien oder besser gesagt für nicht ankern zu müssende Menschen, die die Eigenheiten in Tidengewässern und dann auch noch in einem großen Fluss während der Regenzeit mit starken Winden und Böen, schwer zu verstehen. Wie man aus den Zeilen lesen kann, scheint dieses auch für ihn Neuland zu sein. Einige Segler verstehen es ja selber nicht und zu diesen gehört auch der vermeintliche
Versicherungsnehmer und dessen Zeugen. Die Kollegen in England haben die Problematik ebenfalls nicht verstanden oder nicht verstehen wollen! Vermutlich ist die Beschwerde nur über den Schreibtisch geflogen. Man muss sich schon mehr Mühe geben, um diesen Sachverhalt zu begreifen.

Ankern im Fluss bei Ebbe und Flut ist eigentlich nichts weltbewegendes, wenn da nicht der Wind mitspielen würde und hier beginnt das Drama. Bei Flut strömt das Seewasser gegen die Eigenströmung des Flusses und es entstehen nicht einschätzbare Turbulenzen und Wellen. Ist nun die Flut stärker als die Fließgeschwindigkeit des Flusses dreht sich das Boot um und schaut nach Norden, also in Richtung Mündung. Der Anker liegt vorm Bug und das war’s.

Der Übergang zwischen Flut und Ebbe nennt man Slag für die Interessierten, ein gefährlicher Zustand des Flusses, der dem Ankernden unbedingt bekannt sein muss. Bei Ebbe, also ablaufendem Wasser kann die Fließgeschwindigkeit des Flusses sehr heftig werden. Hier ist Regenzeit und das ist nicht mit unserem Regen in Deutschland oder England zu vergleichen.

Der Ankerplatz ist sieben Kilometer von der Mündung entfernt. Der Höhenunterschied beträgt zwei Meter, bei Springtide geht’s noch höher. Und nun kommt der Wind ins Spiel. Er weht mal mehr und mal weniger aus Südöstlicher Richtung und weht mit 45 Grad über den Fluss in Richtung Karibik. Das ist der Passatwind, den die Segler brauchen, um in den Nord zu segeln.

Aber nun zurück zum Ankerplatz. Es ist Flut, der Bug schaut zur Mündung, der Wind drückt das Boot über den Anker bis die Kette, wie eine Gitarrensaite gespannt ist. Der Anker liegt dann genau hinter dem Boot. Wenn der Wind nun mehrere Stunden so anhält wird das Boot ständig in Richtung Mündung getrieben. Da der Wind in Intervallen weht, treibt die Flut das Boot immer wieder zurück. Bleibt der Wind konstant, treibt es nicht mehr zurück. Nun ist Slag. Der Ankerplatz ist wie ein Karpfenteich. Die Boote treiben ohne Kontrolle um den Anker. Wehe einer hat zu nahe geankert. Nun läuft bei Ebbe das Wasser wieder ab, das Boot dreht sich wieder und schaut in Richtung Süden.

Die Kette ist sehr stramm, wenn es geregnet hat, und der Wind weht heftig. Es kamen schon Bäume, Uferpflanzen und und und den Fluss herunter, was wir mit eigenen Augen gesehen haben. Tatsache ist, dass der Unfallverursacher nur wenige Stunden vor Anker lag und es dann zur Kollision kam. Bedeutet doch, dass er mit den Gegebenheiten überhaupt nicht vertraut ist. Als er ankerte war es Flut. Die Kollision ereignete sich kurz vor Slag. Die Amica wurde vom Wind immer in Richtung Mündung getrieben und der Anker lag schon hinter ihr.

Fakt ist das die Amica schon seit 11 Wochen an der selben Stelle vor Anker liegt. Dann ankert er seine Segelyacht direkt hinter uns und dachte der Abstand sei gut genug. Er hat nicht nach dem Stand unserer Ankerkette geschaut. Er hätte wissen müssen, dass auch seine Yacht über den Anker getrieben wird. All das wusste er eben nicht. Nach ca. vier Stunden kam es dann zur Kollision. Anschließend verlegte er sich ganz schnell. Und wir waren nach der Kollision immer noch exakt in dem selben Bereich wie die 11 Wochen zuvor. Alle Zeugen haben das Gleiche gesehen, dass die Amica mit ihrem Heck in den Bug der Sandpiper getrieben ist und das ist auch richtig so. Dass unser Anker sich aus dem Grund des Flusses bei leichter Strömung und keinem starken Wind gelöst haben sollte, ist ja nun kein Thema mehr. Oder doch, dann sollten Sie einfach noch mal lesen! Ein Video beweist wie sich die Amica bei Flut und dem Wind von hinten verhält.

Die Mouring im Hintergrund beweist, dass er im Kollisionsbereich liegt. Siehe im kommenden Link "Wind von hinten". Wir waren bei seinem Ankern und der darauf folgenden Kollision unter Deck. Dadurch konnten wir den Vorfall leider nicht verhindern. Auf dem Bild der Kollision ist ganz genau zu sehen, dass die Kette nach hinten geht und das schon alleine beweist, dass sich die Yacht auf uns zu bewegt hat. Der Eigner musste sich auch noch oben drauf stellen, damit der Schaden noch größer wurde und beschimpfte uns noch obendrein als inkompetent zum Ankern. Das Bild der Amica im Bugbereich zeigt genau die Schleifspuren des Dämpfungsseils, wie die Kette nach hinten gespannt wird und die Kraft des Windes wirkt.

Ein weiteres Bild mit meinem Kopf im Vordergrund beweist, dass die Segelyacht direkt hinter uns geankert hat und das eben viel zu nah. Stellt man sich zwei Standuhren nebeneinander vor, die keine Seitenwände haben und schubst dann die Pendel genau mit gleicher Kraft an, irgendwann werden sie zusammen stoßen. Und genau das ist hier passiert.


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